(„Jahrhundertuhr“ an der East Railway Station, Foto: Fanghong)

 

Die Wirtschaft der Stadt basiert unter anderem auf der Herstellung von chemischen Produkten, elektronischen Geräten, Stahl und Textilien. Darüber hinaus sind auch Fahrzeug- und Maschinenbau sowie die Verarbeitung von Erdöl von Bedeutung. Tianjin ist Sitz zahlreicher ausländischer Handelsniederlassungen.

Der Hafen der Stadt ist der wichtigste Flusshafen am Hai He und einer der größten Außenhandelshäfen der Volksrepublik China. Er wird von der Tianjin Port Company betrieben.

In Tianjin befindet sich Chinas Nationales Supercomputerzentrum, welches mit Tianhe 1A (2010) und Tianhe 2 (2013) zweimal den weltweit leistungsstärksten Supercomputer stellte.

Das BIP lag im Jahre 2006 bei 433,8 Milliarden Yuan (54,8 Mrd. US-$). Das BIP pro Kopf lag bei umgerechnet 5.177 US-$, womit Tianjin zu den wohlhabendsten Regionen Chinas gehört. Die Industrie beschäftigt ca 40% der Arbeitskräfte Tianjins und erwirtschaftet rund die Hälfte des BIP. Die Industrieproduktion lag im Jahre 2000 etwas höher als jene von Guangzhou oder Shenzhen. Der Anteil der Schwerindustrie am BIP ist seit Jahren fallend.

Der Service-Sektor erwirtschaftete im Jahre 2000 etwa 45 Prozent des BIP und beschäftigte etwa 40 Prozent aller Arbeitnehmer, wobei die wichtigsten Branchen Verkehr, Transport, Lagerung und Telekommunikation waren. Der Tourismus spielt aktuell eine eher untergeordnete Rolle.

Etwa 20 Prozent der Bewohner des von Tianjin administrierten Gebietes sind in der Landwirtschaft beschäftigt, auch wenn diese weniger als fünf Prozent zum BIP beiträgt. Auf mehr als fünf Millionen Hektar werden Getreide und Gemüse angebaut, daneben Schweine (1,6 Millionen), Ziegen, Schafe und Rinder gehalten. Von den 250.000 Tonnen Fisch, die in Tianjin gefangen werden, stammt der größte Teil aus Zuchtanlagen.

Die Wirtschaft Tianjins weist ein stabiles hohes Wachstum auf, der Lebensstandard der Bevölkerung wächst schnell, wobei die Konsumausgaben der Haushalte zu konstanten Preisen jährlich steigen. Mittlerweile gibt es in der Stadt kaum noch Marktsegmente, welche man leicht liberalisieren könnte, um damit ein schnelles und vor allem großes und nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu erzeugen.

Handel

In Tianjin waren 2012 mit 2,45 Millionen m² mehr Einkaufszentren in verschiedenen Stadien der Fertigstellung als irgendwo anders auf der Welt.

Das Kaufhaus Quanye, ein neungeschossiges türkisfarbenes Gebäude an der Binjiang Dao, Ecke Heping-Straße, wartet mit einem großen Warenangebot auf und lockt täglich mehr als 200.000 Kunden an. In den oberen Stockwerken befinden sich mehrere Restaurants. Eine große Auswahl an preisgünstiger Kleidung bietet der riesige Straßenmarkt über die ganze Länge der Binjiang Dao bis hin zur Kathedrale.

Unmittelbar westlich von dort befindet sich der Antiquitätenmarkt, mit Zentrum in der Shenyang Jie und Ausläufern in den Seitenstraßen. Die Warenvielfalt ist außergewöhnlich groß: Neben den üblichen Gegenständen wie Jadeschmuck, Keramikteekannen, Fächern und Parfümflaschen werden russische Armeeuhren, Opiumpfeifen, Schnupftabakdosen, kunstvolle Spielkarten, alte Fotografien, Gemälde. Sonnenbrillen und Vieles mehr angeboten.